Rechter Gegenprotest beim CSD Sangerhausen

27.06.2026

Circa 70 Neonazis kamen zusammen, um gegen den parallel erstmals stattfindenden CSD zu protestieren.
Die Kundgebung wurde von der „Heimat“/Ex-NPD angemeldet und organisatorisch von Kreisverbänden aus Thüringen unterstützt. – Das lässt aufgrund der räumlichen Nähe vermuten, dass beim CSD Nordhausen (12.09.2026) ähnliches passieren könnte. Bereits letztes Jahr kam es in Nordhausen durch eine spontane Kundgebung zu einer Störung.

Der Protest in Sangerhausen beschränkte sich auf einige Redebeiträge, die teils durch Marco Kemp (Video auf Instagram, Fotogalerie auf Flickr) dokumentiert worden sind und von mittelmäßigem Rechtsrock untermalt wurden.
Als Redner traten unter anderem Sven Skoda und Patrick Weber auf. Anwesend und augenscheinlich auch Strippenzieher war der vor ein paar Jahren aus Dortmund in den Harz gezogene Alexander Deptolla.
Nach circa 90 Minuten war der Spuk auch schon vorbei und die Rechten reisten wieder ab.

Einige von ihnen versuchten, sich zu Beginn des CSD auf dessen Kundgebungsfläche umzuschauen, konnten aber schnell zum Umkehren bewegt werden.

Nichtsdestotrotz stellte die rechte Kundgebung eine Drohkulisse dar – in der Nacht zuvor tauchte an der CSD-Fläche ein Graffiti mit dem Schriftzug „CSDler ins Gas“ auf. Gleichzeitig wurden in den sogenannten ‚Sozialen Medien‘ teils konrete Gewaltandrohungen veröffentlicht; einige Menschen blieben dem CSD deshalb aus Angst um ihre Sicherheit fern, wie unter Instagram-Beiträgen des CSD Sangerhausen zu lesen war.

Dass es am Ende ruhig blieb, ist aber dabei mehr der Hitze und dem ziemlich unmotivierten Auftreten der Faschos zu verdanken denn der Polizei. Diese zeigte nämlich nur sporadisch Präsenz auf den wenigen Metern zwischen CSD und Gegenkundgebung.

Auch dass die Kundgebung der Heimat auf direktem Weg vom Bahnhof zum CSD stattfinden durfte zeigt, dass den Behörden der Schutz queerer Menschen wenig überraschend schlicht egal ist.

Auf den CSD selbst werden wir aufgrund der Involvierung des CSD Sachsen-Anhalt e.V. (siehe dazu die Statements des CSD Burgenlandkreis, CSD Merseburg und CSD Halle und der Recherche des Transit-Magazins) sowie täterschützender und autoritärer Strukturen wie der Internationalen Jugend/FKO (siehe dazu die Statements des Instagram-Kanals stoppt_taeter) nicht eingehen.